Wenn eine Billion einfach flöten geht...

Wenn eine Billion einfach flöten geht...

7/27/2021

Chinas Behörden regulieren das Geschäft der Tech-Konzerne immer stärker. Seit Februar haben chinesische Tech- und Bildungs-Werte mehr als eine Billion US-Dollar an Wert verloren.

Die Verwerfungen am chinesischen Aktienmarkt setzen sich fort. Am Dienstag erwischte es unter anderem den Technologiekonzern Tencent, dessen Aktien in Hongkong bis zu 10,4 Prozent nachgaben. Das Unternehmen hatte zuvor auf behördlichen Druck hin angekündigt, bei seiner wichtigen Social-Media-App WeChat keine neuen Registrierungen mehr entgegenzunehmen, bis seine Sicherheitstechnologie überarbeitet und in „Einklang mit den relevanten Gesetzen und Regulierungen“ sei. Ein Update wird Anfang August erwartet.

 

Damit setzt sich das harte Vorgehen der chinesischen Aufseher gegen die großen Plattformunternehmen des Landes fort. Bereits am Samstag hatte Tencent von den Wettbewerbsbehörden die Anweisung erhalten, bei seinem Tochterunternehmen Tencent Music die exklusiven Vermarktungsrechte für Onlinemusik abzutreten. Die Aktie hat seit Wochenbeginn 14 Prozent an Wert verloren. Binnen eines Monats summieren sich die Verluste auf fast 25 Prozent.

 

Dass für die großen Plattformunternehmen, die bis dahin weitgehend ungebremst wachsen konnten, politisch ein neuer Wind weht, hatte im November vergangenen Jahres als erstes Alibaba zu spüren bekommen.

 

Ebenfalls ins Visier der Aufseher geraten ist die bislang boomende Nachhilfeindustrie. Der Staatsrat, Chinas höchstes Verwaltungsorgan, hatte am Samstag einen Gesetzesvorschlag veröffentlich, wonach das Segment mit einem Marktvolumen von 100 Milliarden US-Dollar künftig gemeinnützig werden soll.

 

Seit Februar haben chinesische Tech und Bildungs-Werte weltweit mehr als eine Billion US-Dollar an Wert verloren. 

 

Für Unsicherheiten an den Börsen in Hongkong und auf dem chinesischen Festland sorgten zudem Gerüchte, wonach die USA Investments dort angesichts der wachsenden Spannungen zwischen den Großmächten beschränken könnten. Obwohl die Gerüchte sich nicht verifizieren ließen, wachsen die Sorgen.

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