Synlab: Verhaltener IPO in Frankfurt

Synlab: Verhaltener IPO in Frankfurt

4/30/2021

Die Aktie des Newcomers tritt beim Börsendebüt in Frankfurt zunächst auf der Stelle. Am Nachmittag arbeitet sich das Papier nach oben.

Trotz der Sondererlöse im Zuge der Coronakrise hat der Börsenneuling Synlab am Freitag ein eher verhaltenes Börsendebüt gefeiert. Der erste Kurs lautete auf 18 Euro – und entsprach damit dem Ausgabepreis. Danach kletterte das Papier aber kontinuierlich nach oben und wurde nachmittags mit fast 20 Euro bewertet.

 

Europas größte Laborkette hat 42,9 Millionen am unteren Rand der Preisspanne von ursprünglich 18 bis 23 Euro emittiert. Davon entfallen 22,2 Millionen neue Anteile aus einer Kapitalerhöhung. Statt des anfangs erhofften Milliardenvolumens ist die Emission nun 772 Millionen Euro schwer gewesen, weil die Altaktionäre um das Private-Equity-Haus Cinven angesichts der Zurückhaltung der Anleger nur 20,7 Millionen ihrer Aktien verkaufen wollten.

 

Der Börsengang sei ein wichtiger Schritt für Synlab, um die führende Position im Diagnostikmarkt zu stärken, hatte Vorstandschef Mathieu Floreani gesagt. Synlab startet mit einem Börsenwert von vier Milliarden Euro, einschließlich Verbindlichkeiten wird das Unternehmen mit 5,9 Milliarden Euro bewertet.

 

Investoren hatten zuletzt offenbar daran gezweifelt, ob Synlab nach der Corona-Pandemie seine Wachstumsraten halten kann. Nach Angaben des Unternehmens werden jährlich 500 Millionen Labortests durchgeführt.

 

Cinven hatte Synlab vor sechs Jahren für 1,7 Milliarden Euro vom Finanzinvestor BC Partners gekauft. Durch die Fusion mit dem französischen Rivalen Labco und weiteren Zukäufen wurde der Konzern zum größten europäischen Laborbetreiber. Das Unternehmen mit Sitz in München beschäftigt derzeit rund 20.000 Mitarbeiter.

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